gezeichnete Bombay Katze - Portrait
Kleine, schmale Pfoten tragen den zierlichen Körper. Raubkatzenhaft bewegen sich die Muskeln unter dem eng anliegenden Fell. Ein Fell, tiefschwarz und glänzend wie spiegelglatte Seide. Mit großen, kupfrig goldenen Augen blickt die Bombay in diese Welt und gibt uns das Gefühl, geliebt zu werden. Von einem kleinen schwarzen Panther.

Wünsche werden Wirklichkeit

Wie ein schwarzer Panther soll sie sein. Elegant, kraftvoll und selbstbewusst. In Aussehen und Ausstrahlung ihrem wilden Verwandten so ähnlich wie möglich.

Nikki Horner schien sehr fasziniert vom schwarzen Panther gewesen zu sein, denn dieser Wunsch war es, aus dem heraus die Züchterin Ende der 1940er Jahre mit der Zucht einer neuen Katzenrasse begann. Allerdings nicht in Bombay, sondern in Louisville. Einer Stadt im US amerikanischen Bundestaat Kentucky. Für das Wesen dieser neuen Katzenrasse sah sie einen liebenswürdigen und umgänglichen Charakter vor.

Etwa Ende der 1950er Jahre war ihr Ziel erreicht. Mit der Bombay entstand eine Katzenrasse, die sich durch einen athletischen Körperbau, einen rundlichen Kopf und tiefschwarzes Fell auszeichnet. Auch durch die intensive Augenfarbe ist sie ihrem wilden Verwandten äußerlich sehr ähnlich. Trotzdem wirkt sie zierlich und ist eine eher kleine Katze.

Sie ist sehr intelligent, lernfreudig, liebevoll und menschenbezogen und entspricht so den angestrebten Charaktereigenschaften.

Dieses Ergebnis wurde durch die Kreuzung der Burma mit der American Shorthair erreicht. Als optimale Vorrausetzung galt, dass die sehr sanftmütige Burma möglichst dunkel und die robuste American Shorthair schwarz war.

Die schwarze Fellfarbe gehört zum Rassestandard der Bombay. Aus diesem Grund ist sie eine sehr seltene Katzenrasse, denn zur Erhaltung dieser Fellfarbe, steht nur eine sehr kleine Zuchtbasis zur Verfügung. Die Züchtung ist dadurch nicht ganz einfach, da natürlich nur gesunde Tiere geboren und Inzucht weitestgehend vermieden werden sollen.

Auch eine sehr dunkelbraune Färbung kann gelegentlich bei der Bombay auftreten. Später entwickelten sich zwei weitere Zuchtformen, die sich jeweils in ihren Äußerlichkeiten ein wenig voneinander unterscheiden, jedoch im Wesentlichen die gleichen Charaktereigenschaften besitzen.

Durch das Ansinnen, sie wie einen kleinen schwarzen Panther aussehen zu lassen, gab man ihr auch gerne den Beinamen Minipanther.

Wie kommt die Bombay zu ihrem Namen?

Bombay – heute offiziell Mumbai genannt – ist eine der größten Städte Indiens, gelegen an der indischen Westküste. Mit dem Klang ihres Namens assoziieren wir ein exotisch indisches Flair. Sie scheint die passende Beschreibung für eine Katze zu sein, die einem schwarzen Panther so ähnlich sein soll.

Ihren Ursprung hat die Bombay jedoch in den USA und der schwarze Panther, bzw. der Leopard, war zwar damals in Asien noch weiter verbreitet, hat aber mit der indischen Stadt ebenfalls nichts zu tun. Auch die Burma, die zwar aus Asien stammt, aber deren namensgebende Region – heute Myanmar – über 2.000 Kilometer entfernt nur teilweise an Indien grenzt, lässt keine Verbindung zu. Was bewegte Nikki Horner also dazu, ihr diesen Namen zu geben?

Interessanterweise lässt sich darüber so gut wie nichts finden, außer dass dieser Name der Phantasie der Züchterin entsprungen sein muss. Phantasie entsteht jedoch nicht aus dem Nichts. Deshalb kann ich mir vorstellen, dass der Name durch die Ereignisse entstanden ist, die sich zu der Zeit vor und während ihrer Zuchtbemühungen in Indien abgespielt haben.

Etwa als Nikki Horner mit der Zucht begann, feierte Indien nach jahrzehntelangem Widerstand seine Unabhängigkeit von Großbritannien. Bombay war dabei als eine der wohlhabendsten Städte Indiens sehr stark am Kampf gegen die britische Kolonialmacht beteiligt. Auch Mahatma Gandhi, der Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, hielt sich oft zur Organisation des Widerstands in Bombay auf.

Berichterstattungen über den Ablauf des indischen Widerstands verbreiteten sich natürlich über die ganze Welt und die Amerikaner verfolgten die Geschehnisse sicher mit großem Interesse, denn auch sie kämpften Ende des 18. Jahrhunderts für ihre Unabhängigkeit von Großbritannien.

Vielleicht war Nikki Horner eine Idealistin und sie widmete die Katzenrasse der Stadt, deren Name durch den Kampf für Ideale populär geworden ist. Dass sie das Erscheinungsbild des schwarzen Panthers einfangen und in ihrer Zucht zum Ausdruck bringen wollte, spräche ebenfalls dafür.

Doch sind das natürlich Spekulationen. Vielleicht gefiel ihr auch wirklich nur der Klang des Namens, der heute in dem ein oder anderen das Gefühl für die indische Schönheit weckt…

Unsere wundervollen Minipanther

Der Beiname des Minipanthers hingegen lässt sich sehr leicht erklären und beschreibt die Bombay perfekt. Vielleicht entstand dieser Name sogar durch sie und war ihr vorbehalten. Möglicherweise nannte man schwarze Katzen damals bereits gelegentlich Minipanther und er inspirierte die Züchterin zu ihrem Vorhaben.

Heute wird er gerne für jede schwarze Katze verwendet, egal ob wundervoller Vertreter der Bombay oder geliebtes Resultat einer romantisch abenteuerlichen Begegnung zweier Mischlingskatzen.

Ich finde, er passt zu allen unseren kleinen Raubkatzen, denn schließlich stammt jede von ihnen von ihren großen Verwandten ab.

Es spielt also keine Rolle, welcher wundervollen Katze Ihr ein liebevolles Zuhause gebt. Jede von ihnen hat ihre eigene große oder kleine Geschichte.

gezeichnete Bombay Katze - sitzend

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.