Nahaufnahme des Katzenbildes
Als Katzenliebhaber hat man früher oder später die Idee ein Katzenbild malen zu wollen. Aber wie man das genau angehen soll – vor allem, wenn Zeit und Geduld dazu fehlen – fällt einem oft erst nicht ein. Man denkt viel hin und her, verwirft Ideen, fängt von vorne an und merkt dann, dass es tatsächlich ganz einfach sein kann.

Es ist nicht lange her, dass ich meine Wände neu gestrichen habe. Dabei kamen sie mir trotz der neuen Farbe ziemlich kahl vor. Dagegen wollte ich etwas tun und mit einem schönen neuen Bild anfangen.

Also machte ich mich wieder auf die Suche. Ihr kennt das bestimmt, die Ergebnisse aus vorherigen, spontanen Suchen sind zwar gut, aber man schaut trotzdem gerne nochmal alles durch. Dabei merkte ich, dass die schönsten Bilder leider den unpassendsten Preis hatten.

Ein klein wenig frustriert verlängerte ich damit also meine Wunschliste. Ein Bild wollte ich trotzdem. Sowieso schon lange mal wieder selbst eines malen.

Aber mir ist das passiert, was wohl vielen von uns passiert: zu langes Überlegen, Zweifeln, es kommt keine richtige Idee.

Zum Glück habe ich das alles einer Freundin erzählt, die mir klar machen konnte, dass das ganze Überlegen und Zweifeln zu nichts führt und dass auch mein Leben nicht von dem Ergebnis abhängen wird.

Sie hat Recht. Ein bisschen hat es noch gebraucht, aber dann kam auch bei mir an, dass es sehr viel schöner ist, einfach etwas auszuprobieren und sich nicht selbst den Spaß an der Sache zu verderben.

Die vorausgegangene Suche hat mich schließlich inspiriert. Immer wieder kamen auch Vorschläge zur Gestaltung von Wänden. Die Wände hatte ich allerdings schon gestrichen. Aber warum das ganze nicht auf eine Leinwand übertragen?

So entstand die Idee zum Katzenbild, dessen Anleitung Ihr gerne zur Gestaltung Eures eigenen Kunstwerks nutzen könnt!

Dafür werden folgende Materialien benötigt:

  • Leinwand
  • Wand- oder Acrylfarbe zum Grundieren
  • Kleine flauschige Farbrolle
  • Alte Zeitungen oder Decken

  • DinA4 Blatt
  • Bleistift
  • Radiergummi
  • Geodreieck

  • Spezielles Malerklebeband für scharfe Farbkanten
  • Wasserfester Stift mit dünner Spitze
  • Schere

  • Verschiedene Acrylfarben
  • Verschiedene Werkzeuge zum Auftragen der Farbe – z. B. Schwamm, Pinsel oder Holzstäbchen

Vorbereitung für die Kunst

Der erste Schritt ist die Vorbereitung der Leinwand für das Katzenbild.

Katzenbild - Vorbereitung 1
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Nachdem Ihr den Arbeitsplatz zum Schutz vor der Farbe mit Zeitungen oder Decken ausgelegt habt, könnt Ihr loslegen.

Hinweis: Berücksichtigt bitte das hobbymäßige Liegeplatztesten Eurer Katzen und achtet darauf, dass sie während der Arbeit oder des Trocknens nicht über das Bild laufen oder sich darauf legen. Andernfalls müsst Ihr zwischendurch die farbigen Pfotenabdrücke aus dem Teppich schrubben…

Egal ob Eure Leinwand ganz neu oder schon bemalt ist, sie muss erst einmal grundiert werden. Dafür wird Wand- oder Acrylfarbe verwendet. In diesem Beispiel ist die Grundierung die gleiche Farbe, mit der auch die Wand gestrichen wurde, an der das Katzenbild später hängen soll.

Je nach Untergrund und Farbe sind mindestens zwei Farbschichten zur Grundierung notwendig. Die erste Farbschicht solltet Ihr ca. eine bis zwei Stunden trocknen lassen, die letzte lasst Ihr über Nacht trocknen. Für einen gleichmäßigen Farbauftrag wird die flauschige Farbrolle verwendet.

Jetzt doch nochmal kurz überlegen…

Während die Grundierung trocknet, könnt Ihr das Katzenbild bereits weiter planen und Eure Idee aufs Papier bringen.

Katzenbild - Planung 1
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Dieser Schritt ist wichtig, denn auf dem Papier habt Ihr die Möglichkeit, immer wieder Änderungen vorzunehmen und die spätere Wirkung Eures Bildes besser zu erkennen. Vor allem bei großen Leinwänden ist es schwierig, ohne Plan mit den Klebebändern zu arbeiten und diese ggf. immer wieder austauschen zu müssen.

Rechnet also die Maße Eurer Leinwand so herunter, dass sie auf ein DinA4 Blatt passen.
Beispiel: Die Maße 60×80 werden durch 4 auf 15×20 geteilt.

Durch den gleichen Wert teilt Ihr die Breite des von Euch gewählten Klebebandes. Also ergibt sich beispielsweise bei 3,5 Zentimetern geteilt durch 4 der Wert 0,875.

Zeichnet mit Hilfe des Geodreiecks die Fläche für die Leinwand auf das Papier. Nachdem Ihr Euch entschieden habt, auf welche Weise und in welchen Abständen Ihr die Klebestreifen für das Katzenbild platzieren wollt, zeichnet auch diese in die Fläche ein. Schraffiert die Streifen, die das Klebeband darstellen sollen mit dem Bleistift.

Jetzt wird es richtig kreativ. Entwerft die genaue Form für das Katzenbild und probiert aus, wie sich Eure Idee in dem Streifenmuster ab besten darstellt. Es muss keine komplizierte Form sein, eine schöne Silhouette reicht vollkommen aus!

Denkt dabei daran, dass die schraffierten Streifen die Flächen darstellen, die nach der Fertigstellung des Bildes die Grundierung der Leinwand zeigen.

Kleines Kätzchen wird großes Kätzchen

Sobald Ihr festgelegt habt, was später auf der Leinwand zu sehen sein soll, werden die Klebestreifen entsprechend der Vorlage auf der Leinwand befestigt.

Katzenbild - Übertragung 1
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Hinweis: Das Klebeband wird sich an den Enden immer wieder etwas von der Leinwand lösen. Das liegt daran, dass es sich nicht fest genug auf die Leinwand drücken lässt, ohne sie zu verbeulen. Lasst Euch davon nicht irritieren. Es wird später richtig befestigt.

Die Streifen werden jetzt im gewünschten Abstand auf die Leinwand geklebt. Nehmt dabei wieder das Geodreieck zu Hilfe. Legt es dafür auf einen der Streifen, so dass der Rand des Geodreiecks die Breite der freibleibenden Fläche markiert. Dann führt Ihr das nächste Klebeband an diesem Rand entlang und drückt es soweit wie möglich fest.

Nachdem alle Klebestreifen platziert sind, wird mit dem wasserfesten Stift der Entwurf auf die Leinwand übertragen. Dafür multipliziert Ihr die Maße des Entwurfs entsprechend der Zahl, durch die Ihr zuvor geteilt habt.

Zeichnet die Schnittmarkierungen nur auf den Klebestreifen ein. Sind diese vollständig übertragen, wird das Klebeband zugeschnitten.

Möglicherweise müsst Ihr in diesem Schritt Euren Entwurf noch einmal minimal verändern, denn die Maße perfekt vom kleinen auf das große Bild zu übertragen ist schwierig. Das ist jedoch nicht dramatisch. Hier lässt sich immer noch alles ein bisschen verschieben und korrigieren.

Die Leinwand wird jetzt umgedreht und mit der Vorderseite auf eine glatte Fläche gelegt. Achtet darauf, dass die sich lösenden Enden dabei nicht verknicken!

Von der Rückseite aus wird das Klebeband nun vollständig festgedrückt. Geht dabei sehr sorgfältig vor und drückt das komplette Klebeband richtig fest an. Es muss später sehr viel Farbe standhalten.

Jetzt lassen wir das mal mit dem Überlegen…

Es ist soweit. Jetzt könnt Ihr Euch mit allen Euren Wunschfarben so richtig austoben!

Grundiert das Bild mit ein bis zwei Schichten in der gewünschten Grundfarbe des Motivs. In diesem Beispiel ist es natürlich Minipanther-Schwarz.

Katzenbild - Fertigstellung 1
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Ist diese Grundierung getrocknet könnt Ihr die Farbe in allen erdenklichen Weisen auftragen. Verwendet dazu verschiedene Werkzeuge. Probiert aus, lasst trocknen, mischt, übermalt, macht Strukturen, glättet wieder, was auch immer Euch einfällt und Spaß macht. Genießt es!

Denkt nicht so viel darüber nach. Ihr werdet merken, dass dieser Teil der „Arbeit“ an dem Bild sehr entspannend sein kann.

Zwischendurch wird sich das Klebeband durch die Feuchtigkeit und die Menge der Farbe wölben. Im Zweifelsfall legt Ihr eine Trockenphase ein, um zu verhindern, dass (zu viel) Farbe unter die Ränder des Klebebandes läuft.

Und fertig ist das Katzenbild

Habt Ihr Euch genug ausgetobt und seid mit dem Ergebnis zufrieden, entsteht im letzten Schritt Euer Bild fast von allein.

Katzenbild - Fertigstellung 5
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Nach kurzem Antrocknen wird ein Klebestreifen nach dem anderen vorsichtig von der Leinwand gelöst. Hier könnt Ihr es richtig genießen, wie sich Euer Katzenbild langsam vollständig entwickelt!

Da sehr viel Farbe verwendet wurde, kann eventuell ein wenig davon unter die Ränder gelaufen sein. Das macht nichts. Aus der Nähe betrachtet hat es zusammen mit dem abstrakten Farbauftrag einen schönen Effekt und aus der Ferne ist es kaum sichtbar.

Lasst alles an einem sicheren Ort vollständig trocknen. (Nur noch einmal der Hinweis auf das hobbymäßige Liegeplatztesten…)

Aufhängen, fertig!

So sieht das Katzenbild an der Wand aus

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